Ehemaliger INTHEGA-Präsident Hans Thoenies gestorben

19. September 2019

Thoenies Hans Farbe08290211Hans Thoenies, ehemaliger Präsident der INTHEGA und Ehrenintendant des Scharoun Theaters Wolfsburg, ist tot. Er verstarb im Alter von 86 Jahren.

Mit dem Herzen beim Theater, mit dem Ohr am Publikum

Hans Thoenies – ein Nachruf

„Ich bin hier der Häuptling im Haus“, so pflegte sich Hans Thoenies den Künstlern und Besu­chern des Wolfsburger Theaters vorzustellen. Berührungsängste zeigte der Theatermann Thoenies nie, aufge­schlossen ging er auf die Menschen zu. Jetzt starb der Ehrenintendant des Scharoun Theaters im Al­ter von 86 Jahren.

Im Sommer 1991 hatte Thoenies, der als gewiefter Theaterhase galt und sein Handwerk von der Pike auf gelernt hatte, in Nachfolge von Dr. Günther Penzoldt die Intendanz des Hauses am Klieversberg übernommen und es 17 Jahre lang mit großem Erfolg geführt, es zu den Top Five der großen Gast­spielhäuser in Deutschland und nicht nur durch eine 90-Pro­zent-Auslastung zum Aushängeschild Wolfsburgs gemacht.

Schon als Schüler war er mit Leib und Seele in der Welt der Bühne zu Hause. Seine ersten Sporen ver­diente sich der gebürtige Oberhausener als Schauspieler und Regisseur im Schauspielstudio Iser­lohn. Am renommierten Bochumer Schauspielhaus wurde er 1958 As­sistent des namhaften Intendan­ten Hans Schalla. Stationen in Essen und in Düsseldorf folg­ten. Er war Oberspielleiter des Schau­spiels und Spielleiter des Musiktheaters am Stadtthea­ter Regensburg, und während dieser Zeit bereits Gastre­gisseur an Häusern in München und Bochum.

Seine erste Intendanz bekleidete Hans Thoenies in den frühen 70ern an der Rendsburger Landesbüh­ne Schleswig-Holstein, 1974 wurde er zum stellvertre­tenden Generalintendanten und Schauspieldirek­tor des neugegründeten Landestheaters Schles­wig-Holstein gewählt. Am Landestheater Schwaben in Memmingen wirkte er ebenso erfolgreich. 1979 übernahm er als Generalintendant die Leitung der Städtischen Bühnen Lübeck, ein Dreispartenhaus, bevor es den passionierten Segler nach Wolfsburg zog.

Hier war er stets auch ein Ansprechpartner für sein Publikum. War er vor Ort, sah er sich jede Vorstel­lung an und stand in der Pause an „seinem Stehtisch“ – mit einem offenen Ohr für die Theaterbesu­cher, ihre Kritik, ihre Anregungen, ihr Lob. Von 1992 bis 1998 war Hans Thoenies zudem Präsident der INTHEGA.

Mehr als 300 eigene Inszenierungen hat das Theatervollblut im Laufe der Jahre auf die Büh­ne ge­bracht. Legendär waren seine üppigen Märcheninszenierungen am Wolfsburger Haus, die mit unge­heurer Strahlkraft alljährlich mehr als 30.000 Besucher jeden Alters anzogen.

Ein Häuptling, der Theater machte, liebte und lebte.

Für den Nachruf vielen Dank an Marita Stolz und Christian Mädler, Scharoun Theater Wolfsburg